Preistransparenz wird härter (2024–2026): Rabatt- und Fee-Regeln in EU/Deutschland/UK/USA — was du tracken musst

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Preistransparenz wird härter (2024–2026): Rabatt- und Fee-Regeln in EU/Deutschland/UK/USA — was du tracken musst

Im Jahr 2026 ist “Preis” nicht mehr nur die Zahl auf der Produktseite.

In vielen Märkten läuft es auf zwei Prinzipien hinaus:

  • Rabatte müssen echt sein (keine künstlichen “war”-Preise).
  • Pflicht‑Charges müssen klar sein (keine Überraschungen im Checkout).

Für Wettbewerbs‑Tracking heißt das: nur Stickerpreise zu speichern reicht nicht.

EU + Deutschland: Rabatte hängen am “Prior Price”

Die Omnibus‑Änderungen haben Artikel 6a in die Price Indication Directive gebracht. In der Praxis bedeutet das: Bei Preisreduktionen ist der “Prior Price” grundsätzlich der niedrigste Preis der letzten 30 Tage (mit Ausnahmen, z. B. schnell verderbliche Waren). Die EU‑Kommission hat dazu Guidance veröffentlicht.

Deutschland setzt das über §11 PAngV um: Bei der Bewerbung einer Preisreduktion muss der niedrigste Preis der letzten 30 Tage als Referenz angegeben werden.

Was du tracken solltest (EU/DE Rabatte)

  1. Aktueller Preis
  2. Prior‑Price‑Referenz (30‑Tage‑Tief)
  3. Art des Rabatt‑Claims (Prozent, “war/jetzt”, Streichpreis, Voucher‑Only, Member‑Only)
  4. Start/Ende des Promo‑Windows
  5. Produktzustand (perishable kann Sonderregeln haben)

UK: Drip Pricing & “partitioned pricing” im Fokus

Die CMA‑Guidance (CMA209) behandelt explizit:

  • was in Pricing‑Infos enthalten sein muss (mandatory fees/charges),
  • Drip Pricing (Pflichtkosten später hinzufügen),
  • Partitioned Pricing (Preisbestandteile zeigen, aber total nicht klar machen).

Was du tracken solltest (UK Fees)

  1. Angezeigter Preis
  2. Pflicht‑Charges, die später auftauchen
  3. Wo sie auftauchen (PDP, Cart, Checkout‑Step N)
  4. Total‑Preis pro Step (Timeline!)

USA: Fee‑Transparenz wird durchgesetzt (Scope kann variieren)

Die FTC‑Rule zu Unfair or Deceptive Fees zielt darauf ab, Totalpreise nicht durch Pflicht‑Fees zu verschleiern. Die FTC‑FAQs präzisieren, was beim “total price” einbezogen werden muss und was ausgenommen sein kann.

Was du tracken solltest (US Fees)

  1. Pflicht‑Fees, die upfront berechenbar sind
  2. “Service/Processing”-Fee‑Muster
  3. Kategorie‑Muster (wann Fees auftauchen)

Trackabl Offer‑Snapshot (cross‑market)

Speichere minimal:

  • Base price
  • Prior price (wenn Discount‑Claim vorhanden)
  • Coupon/Voucher‑Mechanik
  • Shipping + Free‑Shipping‑Schwelle
  • Mandatory fees (inkl. Position im Funnel)
  • Delivery ETA
  • Availability

Dann:

Effektivpreis = Basispreis + Versand + Pflicht‑Fees − Discounts

…und Alerts wie:

  • “Effektivpreis −5% (Fee entfernt)”
  • “Discount‑Claim geändert (Prior Price aktualisiert)”
  • “Preis gleich, aber ETA besser (Druck steigt)”

Takeaway

Preistransparenz‑Regeln sind Wettbewerbspolitik in Echtzeit.

Tracke das Offer, nicht nur den Stickerpreis — dann bleibt dein Monitoring in EU/DE/UK/USA 2026 brauchbar.

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